Ein Lustspiel über die Liebeslust

William Shakespeare hat "A Midsummer Night's Dream" in den Jahren 1595/1596 geschrieben und darin schon alles gesagt, was es bis heute zum Thema zu sagen gibt: Die Liebe ist letztlich Resultat von unergründlichen Irrungen und Wirrungen.

Zwar endet "Ein Sommernachtstraum" mit drei Hochzeiten und der grandiosen Versöhnung zwischen der Elfenkönigin Titania und ihrem Gatten Oberon. Doch bis es so weit ist, regieren im Wäldchen nahe Athens magische und dunkle Kräfte: Mit einem Zaubersaft wirbelt der schelmische Puck zwei junge Liebespaare heftig durcheinander. Auch setzt er Zettel, dem Handwerker, einen Eselskopf auf. Und prompt vergafft sich Titania in das liebliche Monster – zur hämischen Freude ihres Gatten Oberon. Derweil der Herzog von Athen und seine Braut Hippolyta ihre Hochzeitsnacht kaum mehr erwarten können...

Die Liebe wird bei Shakespeare zum dichterischen Naturereignis. Und als Naturereignis wird "Ein Sommernachtstraum" in Luzern auch inszeniert: Ein passenderes Szenario als die Halbinsel Tribschen kann man sich für dieses so köstliche Lustspiel über die Liebeslust kaum vorstellen. Wie geschaffen ist der Ort als Tummelplatz für die Liebestollen und die vielen Geister: auf der Bühne, hinter Hecken, im Geäst der Bäume, vor der gigantischen Kulisse des Pilatus! Und dies alles wird untermalt mit wunderbaren Zwischentönen von Berufsmusikern.

Für das Publikum ist dieses "Traktat über die Liebe" nebst vielem mehr ein Augen- und Ohrenschmaus: eine Sommernacht, von der man noch sehr lange träumen wird.